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Gewählte Publikation:

Ullah, J.
Neuropsychiatrische Auffälligkeiten bei Chorea Huntington
[ Diplomarbeit ] Medical University of Graz; 2008. pp.94 [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
Ullah Jasmin
BetreuerInnen:
Bonelli Raphael M
Gendermonitor:
Altmetrics:

Abstract:
Einleitung: Die Chorea Huntington ist eine autosomal dominant vererbte neurodegenerative Erkrankung, die durch das Auftreten einer klassischen klinischen Trias bestehend aus motorischen Auffälligkeiten, kognitiven Einbußen und psychiatrischen Veränderungen charakterisiert ist. Gerade neuropsychiatrische Auffälligkeiten stellen eine große emotionale Belastung für die Patienten und ihre Angehörigen dar. Ziel dieser Arbeit war es, einen Unterschied in der Wahrnehmung dieser Symptomatik zwischen den Patienten und ihren Angehörigen aufzuzeigen und zu beschreiben. Methoden: Getestet wurden 20 Patienten mit diagnostizierter Chorea Huntington, die sich an der Universitätsklinik für Psychiatrie Graz in ambulanter oder stationärer Behandlung befinden, sowie deren Angehörige. Eine Patientin nahm selbst nicht an der Untersuchung teil. Die Angehörigen beurteilten Auffälligkeiten, die sie an den Patienten festgestellt hatten, mittels des Neuropsychiatrischen Inventars (NPI), einer international anerkannten Untersuchungsmethode zur Beurteilung von Verhaltens- und neurovegetativen Auffälligkeiten bei neurodegenerativen Erkrankungen. Die Patienten selbst wurden mittels einer adaptierten Version des Neuropsychiatrischen Inventars (NPIad) auf ihre Wahrnehmung der Symptome untersucht. Darüber hinaus wurde der Krankheitsverlauf mittels Krankheitsstadium, Krankheitsdauer und der UHDRS (Unified Huntingtons Disease Rating Scale) - Scores operationalisiert. Ergebnisse: Die Wahrnehmung der neuropsychiatrischen Symptome aus Sicht der Patienten korrelierte nicht mit der der Angehörigen. Der Gesamtscore des NPI korrelierte signifikant mit dem Krankheitsstadium, den UHDRS-motor, function und behaviour Scores und der Belastung der Angehörigen. Keine Korrelationen wurden zwischen dem NPIad und sämtlichen anderen untersuchten Parametern gefunden. Diskussion: Patienten mit Chorea Huntington nehmen neuropsychiatrische Symptome signifikant anders wahr als ihre Angehörigen. Auch wurden sie in der Evaluation durch die Angehörigen als häufiger und schwerer in ihrer Ausprägung beschrieben. Diese beeinträchtigte Wahrnehmung zeigt keinen Zusammenhang mit dem Fortschreiten der Erkrankung.

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