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Gewählte Publikation:

Lindinger, MA.
Neuropsychiatrische Aspekte bei Chorea Huntington am Beispiel der Aggression
[ Dissertation ] Graz Medical University ; 2006. pp.120.

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
BetreuerInnen:
Bonelli Raphael M
Pieringer Walter
Altmetrics:

Abstract:
Obwohl die Aggression eines der häufigsten psychiatrischen Symptome bei Chorea Huntington ist, zeigte sich nach Sichtung der Literatur, dass es keine vergleichbaren Studien gibt, die die Aggression und deren Qualitäten genauer untersuchen. Die gesteigerte Aggression stellt sowohl für den Patienten selbst, als auch für dessen soziales Umfeld ein sehr großes Problem dar. Klinische Beobachtungen, welche zeigten, dass es bei fortschreitender Erkrankung zu einer Steigerung im Aggressionsverhalten kommt, stellen die Grundlage für folgende Fragestellung dar: Inwieweit hängt der Verlauf der Erkrankung mit dem Aggressionsverhalten zusammen. Der Verlauf der Erkrankung wurde durch das Krankheitsstadium, der Erkrankungszeitpunkt, CAG-Repeats und UHDRS operationalisiert. Für die Beurteilung der Aggression wurden 4 normierte Tests (FAF, BDF, STAXI und AF-SE) verwendet, die insgesamt 25 Qualitäten der Aggression beschreiben. Die Daten wurden mit Hilfe der statistischen Verfahren der linearen Regression mit Rückwärtseliminierung berechnet. Zur Ermittlung der Signifikanz der Regressionsparameter wird ein student-t-test durchgeführt. Getestet wurden 35 Chorea Huntington Patienten (15 weibliche und 20 männliche) aller Stadien, die ambulant oder stationär am Institut für Psychiatrie des Universitätsklinikums Graz aufgenommen wurden und in die Teilnahme an der Studie einwilligten. Der Untersuchungszeitraum bewegte sich zwischen November 2004 und März 2006. Im Rahmen der Untersuchung fanden sich signifikant bzw. hochsignifikante Korrelationen zwischen verschiedenen Qualitäten der Aggressionsfragebögen und dem UHDRS. Am stärksten zeigten sich Korrelationen mit den UHDRS Subskalen für die kognitive Funktion und den psychischen Status. Mit Fortschreiten der Krankheit nehmen die kognitiven Funktionen ab und es zeigt sich bei diesen Patienten eine Erhöhung im Aggressionsverhalten. Hier besonders für die Subskalen reaktive Aggression (p=0.002), Schuld (p=0.001), Aggression (p=0.004), Ärgerzustand (0.004) und für die Subskala Summe der Aggression (p=0.019). Weiters korrelieren die Aggressionsqualitäten der Fragebögen signifikant mit den Subskalen funktionelle Kapazität, Unabhängigkeit und psychozsoziale Funktion des UHDRS, mit dem Alter, Geschlecht, Krankheitsstadium, Krankheitsdauer und CAG-Repeats.

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