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Gewählte Publikation:

Koppitz, M.
The effect of olanzapine on brain metabolism in bipolar patients.
[ Diplomarbeit/Master Thesis ] Medizinische Universität Graz; 2008. pp.54. [OPEN ACCESS]
FullText

 

Autor/innen der Med Uni Graz:
Koppitz Michael
BetreuerInnen:
Bonelli Raphael M
Altmetrics:

Abstract:
Das atypische Neuroleptikum Olanzapin, dessen Wirkmechanismus auf das Gehirn noch nicht vollkommen verstanden ist, wird erfolgreich zur Stimmungsstabilisierung bei manischdepressiv erkrankten Patienten eingesetzt. Ziel der Studie war es, den Einfluss von Olanzapin auf die relativen Metabolitenkonzentrationen von N-acetylaspartat (NAA), Kreatin (Cr), Cholin (Cho), Myoinositol (Ins), Glutamat (Glu) und Glutamin (Gln) bei manisch-depressiven Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollen mit Hilfe der Magnetresonanzspektroskopie (MRS) zu erforschen. Ein weiteres Ziel war eine spezifische Signatur der bipolaren Störung im Gehirnmetabolismus zu finden. 22 Patienten mit diagnostizierter bipolarer Störung und 17 gesunde Kontrollen wurden im 1,5 Tesla SIEMENS MAGNETOM untersucht. Es wurden die relativen Metabolitenkonzentrationen von NAA/Cr, Cho/Cr, Ins/Cr, Glu/Cr und (Glu+Gln)/Cr gemessen. Die Spektren wurden mit LCModel ausgewertet. Es stellte sich heraus, dass für NAA/Cr (p=0,032) und Cho/Cr (p=0,002) ein signifikanter Mittelwertunterschied zwischen den Gruppen Patienten mit Olanzapin und gesunde Kontrollen besteht. Olanzapin scheint keinen Einfluss auf die Ins/Cr-Ratio bzw. die (Glu+Gln)-Ratio zu haben. Bipolare Patienten ohne Olanzapin und gesunde Kontrollen zeigten keine signifikanten Unterschiede in den relativen Metabolitenkonzentrationen. Interessanterweise stellte sich heraus, dass die Cho/Crund (Glu+Gln)/Cr-Ratios zwar bei bipolaren Patienten geschlechtsabhängig sind, nicht jedoch bei gesunden Kontrollen. Die Ins/Cr-Ratio korreliert sowohl bei Patienten als auch bei gesunden Kontrollen positiv mit dem Alter. Unsere Ergebnisse könnten dazu beitragen, die Wirkungsmechanismen von Olanzapin besser zu verstehen, da andere Studien von reduzierten NAA/Cr-Ratios bei bipolaren Patienten berichten. Die Geschlechtsabhängigkeit der relativen Metabolitenkonzentrationen bei bipolaren Patienten könnte auf eine geschlechtsspezifische Pathophysiologie und/oder Kompensation hinweisen. Weitere Studien mit größeren Kollektiven sollten durchgeführt werden, vorzugsweise am 3 Tesla MR.

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